Vitamin D

Hintergrund

Vitamin D ist ein Nährstoff, den wir über unsere Nahrung zu uns nehmen oder selbst in unserer Haut mit Hilfe von ultravioletten Sonneneinstrahlung produzieren. Die Förderung unserer Knochenstabilität gehört zu den am häufigsten angeführten Nutzen einer Nahrungsergänzung mit Vitamin D. Allerdings haben viele andere Organe Rezeptoren, an denen Vitamin D andocken kann. Diese Tatsache deutet darauf hin, dass Vitamin D neben der Stärkung unserer Knochen eine Vielzahl anderer Funktionen in unserem Körper erfüllt. Tatsächlich finden sich Hinweise darauf, dass Vitamin D das Wachstum von Krebszellen verringert, das Immunsystem stärkt und Entzündungen reduziert.

Obwohl wir eigentlich die Fähigkeit hätten, ausreichende Mengen des "Sonnen-Vitamins" in unserer Haut zu produzieren, leiden etwa 50% der Weltbevölkerung an einem Vitamin-D-Mangel. (*) Ärzte beobachten inzwischen ein Wiederkehren der Rachitis - einer Erkrankung, die in erster Linie Kinder betrifft und zu Verformungen der Knochen, verzögertem Wachstum und anderen gesundheitlichen Problemen führen kann. (*) Das liegt unter anderem daran, dass wir heutzutage viel mehr Zeit in Innenräumen verbringen als früher. In den wenigen Sommertagen am Strand verwenden wir Sonnencreme, sodass wir unser Vitamin-D-Defizit kaum ausgleichen können. Diese Situation ist neu. Unsere Vorfahren hatten über Millionen von Jahren weder Sonnencreme noch Innenräume und fanden sich daher vermutlich nie mit leeren Vitamin-D-Speichern in der kalten Jahreszeit wieder.

Es ist schwierig, optimale Vitamin-D-Levels nur über die Ernährung zu erreichen. Man müsste große Mengen Meereslebewesen verspeisen. Das taten zum Beispiel die Inuit im hohen Norden, die trotz geringer Sonneneinstrahlung keinen Vitamin-D-Mangel aufwiesen. Ansonsten enthalten Fleisch (insbesondere von Weiderindern), Eigelb, Organfleisch, Lebertran, Milchprodukte und einige Pilze höhere Mengen an Vitamin D. Enthält die eigene Ernährungsweise eine größere Menge tierischer Produkte, ist es etwas unwahrscheinlicher, an einem Vitamin-D-Mangel zu leiden, jedoch nicht ausgeschlossen.

Gesundheitlicher Nutzen 

Die Rolle von Vitamin D in der Krankheitsprävention ist ein populäres Forschungsgebiet. Auch wenn Diskussionen über den empfohlenen Blutspiegel oder die richtige Dosis noch nicht abgeschlossen sind, zeigen Beobachtungsstudien eine starke Verbindung zwischen hohen Vitamin-D-Spiegeln und einer niedrigeren Krankheitslast. Es gibt Hinweise auf einen gesundheitlichen Nutzen in den folgenden Bereichen:

Knochendichte und Muskelkraft

Eine Metaanalyse von 12 randomisierten kontrollierten Studien mit mehr als 42.000 Personen im Alter von 65 Jahren und älter, hauptsächlich Frauen, untersuchte die Auswirkungen von Vitamin-D-Supplementierung. Die Ergebnisse zeigten, dass höhere Mengen an Vitamin-D-Präparaten, etwa 500-800 IE pro Tag, zu einer signifikanten Reduktion von Hüft- und nicht-wirbelsäulenbezogenen Frakturen um etwa 20% führten. Niedrigere Dosierungen (400 IE oder weniger) hingegen wiesen keinen signifikanten Vorteil in der Frakturprävention auf. (*)

Eventuell kann Vitamin D die Muskelkraft steigern, indem es die Muskelgewebe erhält. Dadurch könnte es dazu beitragen, Stürze zu verhindern – ein häufiges Problemim Alter, das bei älteren Menschen zu erheblicher Beeinträchtigung und sogar zum Tod führen kann. Eine kombinierte Analyse mehrerer Studien ergab, dass die tägliche Einnahme von 700 bis 1.000 IE Vitamin D das Sturzrisiko um 19% verringerte. (*)

Krebs

Tier- und Laborstudien geben Hinweise darauf, dass Vitamin D die Bildung von Tumoren hemmen und das Wachstum bereits bestehender Tumoren verlangsamen kann, darunter solche in der Brust, den Eierstöcken, dem Dickdarm, der Prostata und dem Gehirn. Epidemiologische Studien an Menschen zeigen zudem, dass höhere Serumspiegel von Vitamin D mit deutlich niedrigeren Raten von Dickdarm-, Bauchspeicheldrüsen-, Prostata- und verschiedenen anderen Krebsarten verbunden sind, wobei der stärkste Beleg für Darmkrebs vorliegt. (*,*,*,*,*,*,*,*)

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Das Herz ist ein großer Muskel und verfügt, ähnlich wie die Skelettmuskulatur, über Rezeptoren für Vitamin D. (*) Vitamin D reguliert außerdem Entzündungsprozesse, die bei kardiovaskulären Erkrankungen wie Arteriosklerose eine Rolle spielen. (*) Darüber hinaus trägt es dazu bei, die Flexibilität der Arterien zu erhalten und hilft so, hohen Blutdruck zu kontrollieren. (*)

In der Health Professionals Follow-up Study wurden fast 50.000 gesunde Männer über einen Zeitraum von 10 Jahren beobachtet. (*) Männer mit den niedrigsten Vitamin-D-Spiegeln hatten eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit, einen Herzinfarkt zu erleiden, im Vergleich zu Männern mit den höchsten Spiegeln. Metaanalysen epidemiologischer Studien haben ergeben, dass Personen mit den niedrigsten Serumspiegeln von Vitamin D im Vergleich zu denen mit den höchsten Spiegeln ein signifikant erhöhtes Risiko für Schlaganfälle und andere kardiovaskuläre Ereignisse hatten. (*,*,*,*)

Typ-2 Diabetes

Ein Mangel an Vitamin D könnte zur Entwicklung eines Typ-2-Diabetes beitragen. Bei Typ-2-Diabetes handelt es sich um eine Dysfunktion der Bauchspeicheldrüse, Insulinresistenz und vermehrte Entzündungsprozesse. Beobachtungsstudien haben gezeigt, dass höhere Blutspiegel von Vitamin D mit niedrigeren Raten von Typ-2-Diabetes verbunden sind. (*) In der Nurses' Health Study wurden mehr als 83.000 Frauen ohne Diabetes zu Beginn über einen Zeitraum von 20 Jahren auf die Entwicklung von Typ-2-Diabetes untersucht. Die Aufnahme von Vitamin D und Calcium aus der Nahrung und Nahrungsergänzungsmitteln wurde während der Studie bewertet. Die Autoren fanden heraus, dass Frauen mit den höchsten Einnahmen von Vitamin D aus Nahrungsergänzungsmitteln ein um 13% geringeres Risiko hatten, Typ-2-Diabetes zu entwickeln. (*)

Immunsystem

Grippeviren sind im Winter am aktivsten und lassen im Sommer nach. Dieses saisonale Muster veranlasste Forscher, die Hypothese aufzustellen, dass ein Mangel des "Sonnenvitamin" D einen entscheidenden Beitrag zur erhöhten Infektanfälligkeit im Winter darstellt. Inzwischen konnten zahlreiche Hinweise gefunden werden, die diese Hypothese stützen: 

  1. Wir wissen, dass Vitamin die Produktion von mikrobenabwehrenden Proteinen anregt. (*
  2. Kinder mit Vitamin-D-Mangelrachitis sind anfälliger für Atemwegsinfektionen, während Kinder, die Sonnenlicht ausgesetzt sind, anscheinend weniger Atemwegsinfektionen haben. (*
  3. In einer randomisierten kontrollierten Studie an japanischen Schulkindern wurde untersucht, ob die tägliche Einnahme von Vitamin-D-Präparaten die saisonale Grippe verhindern könnte. Die Studie begleitete fast 340 Kinder vier Monate lang während der Hochphase der Wintergrippesaison. Die Hälfte der Studienteilnehmer erhielt Pillen mit 1.200 IE Vitamin D, die andere Hälfte Placebopillen. Die Forscher stellten fest, dass die Rate von Influenza A in der Vitamin-D-Gruppe etwa 40% niedriger war als in der Placebogruppe. (*)

 
Neben der allgemeinen Infektabwehr kann man auch einen weiteren Aspekt unserer Immunfunktion unter die Lupe nehmen: Multiple Sklerose (MS). Die Inzidenz von Multipler Sklerose nimmt sowohl in entwickelten als auch in Entwicklungsländern zu, und die genaue Ursache ist unklar. Es wurde jedoch festgestellt, dass sowohl die genetische Veranlagung einer Person als auch Umweltfaktoren, darunter unzureichende Vitamin-D- und UVB-Exposition, das Risiko erhöhen.

Multiple Sklerose ist eine chronische neurologische Erkrankung, bei der das Immunsystem des Körpers irrtümlicherweise das zentrale Nervensystem angreift. Das zentrale Nervensystem besteht aus Gehirn und Rückenmark. Bei MS werden die schützenden Hüllen um die Nervenfasern, bekannt als Myelinscheiden, beschädigt oder zerstört. Dieser Prozess wird als Entmarkung bezeichnet und führt zu einer Beeinträchtigung oder Unterbrechung der normalen Übertragung von Nervenimpulsen. Eine Heilung ist derzeit nicht möglich. (*)


Vor mehr als 40 Jahren wurde Vitamin D erstmals als möglicher Faktor bei MS vorgeschlagen. Damals fiel auf, dass die MS-Raten deutlich höher waren, weit nördlich oder südlich des Äquators, als in sonnigeren Klimazonen. Zudem wiesen geografische Regionen mit fischreicher Ernährung niedrigere MS-Raten auf. (*

Eine prospektive Studie zur Vitamin-D-Aufnahme ergab, dass Frauen, die täglich mehr als 400 IE zu sich nahmen, ein um 40% niedrigeres MS-Risiko hatten. In einer Studie unter gesunden jungen Erwachsenen in den USA zeigte sich, dass weiße Männer und Frauen mit den höchsten Vitamin-D-Serumspiegeln ein um 62% niedrigeres Risiko für MS hatten im Vergleich zu jenen mit den niedrigsten Spiegeln. (*) Eine weitere prospektive Studie unter jungen Erwachsenen aus Schweden ergab ebenfalls ein um 61% niedrigeres MS-Risiko bei höheren Vitamin-D-Serumspiegeln; (*

Demenz

In einer umfassenden Analyse von über 427.000 Teilnehmern europäischer Abstammung mittels Mendelscher Randomisierung wurde festgestellt, dass Personen mit niedrigen Vitamin-D-Blutspiegeln ein um 54% höheres Risiko für Demenz aufwiesen im Vergleich zu jenen mit höheren Spiegeln. (*)

Wie den Vitamin-D Spiegel effektiv anheben?

Um den Vitamin D-Spiegel anzuheben kann man einerseits Vitamin-D-haltige Lebensmittel konsumieren. Dazu zählen beispielsweise Lebertran, Lachs, Tunfisch, Sardinen, Milchprodukte, Eier (insbesondere das Eigelb) und alle Produkte denen Vitamin D künstlich zugefügt wurde. Zusätzlich kann man sich - sofern die naturgeografische Situation und die Jahreszeit es erlauben - ins Sonnenlicht begeben.

Verlässt man sich auf das Sonnenlicht als Vitamin D Quelle, sollte man sich bewusst sein, dass Sonnencreme und Bekleidung die Produktion von Vitamin D reduzieren. Menschen mit dunklerem Hautton und Ältere Menschen produzieren grundsätzlich weniger Vitamin über Sonnenlichtexposition. (*) Übrigens bringt es nichts im Sonnenlicht hinter einer Glasscheibe zu sitzen (zum Beispiel im Büro oder in einem Auto), weil Glas kaum UVB Licht durchlässt.

Viele Ärzte empfehlen eine zusätzliche Nahrungsergänzung mit Vitamin D. Hierbei sollten einige Dinge beachtet werden:

  • Man sollte sich für ein hochqualitatives Produkt mit Vitamin D3 (Cholecalciferol) entscheiden, da dieses besser dazu in der Lage ist den Blutspiegel von Vitamin D zu erhöhen als Vorstufenpräparate mit Vitamin D2. (*
  • Bei regelmäßiger Einnahme lautet eine Empfehlung, nicht über 4000 IU pro Tag einzunehmen, um deine langfristige toxische Überdosierung zu vermeiden. Zeichen für eine Überdosierung sind unter anderem: Gewichtsabnahme, Anorexie, Herzrhythmusstörungen, Nierensteine.
  • Bei einem sehr niedrigen anfänglichen Vitamin D-Spiegel kann es sinnvoll sein, für die ersten Wochen eine deutlich höhere Dosierung zu wählen, um schneller in den Zielbereich zu gelangen. Diese Dosierungen sollten jedoch mit einem Arzt besprochen werden.


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