Warum wir eine neue Ernährung brauchen!

"Der gesunde Darm ist die Wurzel aller Gesundheit"

– Hippokrates (griechischer Mediziner, 300 v. Chr.)

Unsere westliche Standardernährung

Wie alle Spezies auf der Erde hat sich auch der Mensch an die natürliche Umgebung angepasst, in der seine Vorfahren gelebt haben. Innerhalb der letzten 10.000 Jahre kam es zu großen Veränderungen in unserer natürlichen Umgebung, da die Landwirtschaft und die Viehzucht erfunden wurden. Das hat sowohl den Lebensstil als auch die Ernährungsweise des "modernen Menschen" stark verändert.

Das Problem dabei: Die Veränderungen kamen so schnell, dass sich das menschliche Genom - also die Gesamtheit unserer Gene - nicht schnell genug verändern konnte, um mit den neuen Bedingungen Schritt zu halten. (*) Zuvor bestand die menschliche Ernährung hauptsächlich aus nicht verarbeiteten tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln, die in der Wildnis zu finden waren. Mit der Einführung der Landwirtschaft kamen neue Lebensmittelgruppen hinzu, mit denen das menschliche Genom kaum Erfahrung hatte.

Zusätzlich setzte mit dem technologischen Fortschritt eine immer weiter fortschreitende Verarbeitung der Lebensmittel ein, die im Verlauf der letzten 100 Jahre ein extremes Ausmaß angenommen hat. Über 90% der Lebensmittel im Supermarkt gab es Anfang des 20. Jahrhunderts noch nicht. Heutzutage machen Milchprodukte, Getreide, raffinierter Zucker, Saatenöle und Alkohol über 70% der täglichen Kalorien eines US-Amerikaners aus, obwohl diese Lebensmittelgruppen in der Ernährung des prähistorischen Menschen praktisch nicht existent waren. (*,*)

Die gesundheitlichen Konsequenzen

Warnende Stimmen aus Forschung und Medizin, die unsere gesundheitlichen Probleme mit unserer Ernährung in Zusammenhang bringen, werden immer zahlreicher. Insbesondere die großen Volkskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes und Herzerkrankungen belasten unser Gesundheitssystem stark. (*,*) Im Folgenden ein paar Fakten aus den Vereinigten Staaten:

  • 65% der Amerikaner über dem 20. Lebensjahr sind übergewichtig und allein dieses Übergewicht kann für 280.000 Todesfälle verantwortlich gemacht werden. 
  • In Deutschland sind es nur 53% der Bevölkerung übergewichtig, jedoch mit steigendem Trend. (*
  • 64 Millionen Amerikaner leiden an Herzerkrankungen, 50 Millionen an hohem Blutdruck. (*
  • 11 Millionen leiden an einem Typ 2 Diabetes. (*
  • Krebs ist die zweithäufigste Todesursache in der westlichen Welt. Es wird geschätzt, dass ein Drittel aller Krebstodesfälle aufgrund von ungesunder Ernährung und Übergewicht zustande kommt. (*


Diese Zahlen zeigen, wie massiv sich eine Ernährungsweise auf unsere Gesundheit auswirken kann, wenn sie sich von derjenigen unserer Vorfahren immer weiter entfernt. Inzwischen weiß man, dass viele unserer Volkskrankheiten Aspekte von Stoffwechseldysfunktionen aufweisen. Eines der bedeutendsten stoffwechselassoziierten Krankheitsbilder der Neuzeit ist das sogenannte metabolische Syndrom.

Was unsere Vorfahren NICHT hatten:

Getreide & Mehl

Zucker

Milchprodukte

Verarbeitete Produkte

Saatenöle (z.B. Sonnenblumen-/Rapsöl)

Das metabolische Syndrom und die Evolution

Unter einem metabolischen Syndrom versteht man einen prädiabetischen Zustand, der mit hohen Blutzuckerwerten, Gefäßleiden und neurologischen Erkrankungen einhergeht. Die beim metabolischen Syndrom veränderten klinischen Parameter umfassen:

  • Erhöhter Blutdruck
  • Veränderte Blutfettwerte (erhöhte Triglyzeridwerte, zu niedrige HDL-Cholesterinwerte)
  • Bauchbetontes Übergewicht
  • Ein erhöhter Nüchternblutzucker oder bereits bestehende Diabetes-Erkrankung
  • Eine Fettleber


Wie kommt es, dass in manchen Ländern heute über 40% der Menschen an einem metabolischen Syndrom leiden? (*) Nun ja, Teil des Problems ist definitiv die große Menge an Kohlenhydraten in unserer Ernährung. Nehmen wir hohe Mengen von Kohlenhydraten über die Nahrung auf, muss unsere Bauchspeicheldrüse große Mengen Insulin ausschütten, um den Blutzuckerspiegel konstant zu halten. Der Diabetes mellitus Typ II kommt dann zustande, wenn es aufgrund der dauerhaften erhöhten Insulinausschüttung zu einer Insulinresistenz im Gewebe kommt, sodass die Bauchspeicheldrüse immer höhere Insulinkonzentrationen zur Blutzuckerregulation aufrechterhalten muss. Irgendwann 'brennt' unsere Bauchspeicheldrüse aus und kann ihre Arbeit nicht mehr erledigen. 

 

Auch wenn Laborparameter Aufschluss darüber geben können, ob ein metabolisches Syndrom vorliegt, gibt es einen deutlich einfacheren Weg, um bereits auf den ersten Blick die Verdachtsdiagnose stellen zu können. Dabei untersucht man den Bauchumfang auf viszerales Fettgewebe, womit das Fettgewebe im Bauch – also hinter den Bauchmuskeln – gemeint ist. Ein Taillenumfang über 102 cm bei Männern bzw. über 88 cm bei Frauen ist ein Hinweis auf das Vorliegen eines metabolischen Syndroms. Dieses viszerale Fettgewebe entsteht einerseits, weil der Körper mit den oft schnell verfügbaren kurzkettigen Kohlenhydraten irgendetwas machen muss, und die Energie aus den Zuckermolekülen einfach in Form von Fett speichert, wenn sie nicht anderweitig verbraucht wird. Andererseits wächst der Bauchumfang aber auch deshalb, weil bei kohlenhydratreicher Kost das vermehrt ausgeschüttete Hormon Insulin den Fettabbau hemmt.

 

Dass wir bei der Aufnahme von großen Kohlenhydratmengen Fett einlagern und ein metabolisches Syndrom entwickeln, erscheint auf den ersten Blick evolutionär unsinnig. Bei genauerer Betrachtung der saisonalen Verfügbarkeit von Nahrung vor zehntausenden von Jahren fällt jedoch auf, dass sich ein metabolisches Syndrom wahrscheinlich höchstens im Spätsommer und Herbst entwickelt hätte, wenn Nüsse und Früchte am Baum hingen. Das war die Zeit des Jahres, in der eine zusätzliche Fettschicht als Vorbereitung auf die bevorstehende kalte Jahreszeit nicht geschadet hat, um die Überlebenswahrscheinlichkeit zu erhöhen. Schließlich ist der Winter von Nahrungsunsicherheit geprägt, und zusätzliche Energie musste aufgewendet werden, um bei kalten Temperaturen die Körperkerntemperatur aufrechtzuerhalten. Von diesem zusätzlichen Energieaufwand kann heute in den gut geheizten Innenräumen der westlichen Welt keine Rede mehr sein. Die Überlegung, dass die Evolution das metabolische Syndrom absichtlich zur Vorbereitung auf den Winter für uns vorgesehen hat, erscheint vor dem Hintergrund des saisonalen Nahrungsangebotes und der Nahrungsknappheit in den Wintermonaten gar nicht so weit hergeholt. 


Wie dem auch sei, wahrscheinlich ist jedenfalls, dass der Steinzeitmensch sein metabolisches Syndrom ab dem Winterbeginn schnell wieder abbauen konnte. Sobald keine Kohlenhydrate mehr verfügbar waren, hatte er in unseren Breitengraden nur noch Fisch und Fleisch zur Verfügung. Hält man den Fettanteil in seiner Ernährung ausreichend hoch und reduziert gleichzeitig die Kohlenhydrate, beginnt der Körper, nach einiger Zeit in den Zustand der Ketose einzutreten. Die Ketose ist ein heutzutage selten gewordener metabolischer Zustand, bei dem sich unsere Zellen über Ketonkörper und nicht über Glukose (also Zucker) mit Energie versorgen. Auf diese Weise wird der eigene Stoffwechsel länger und gleichmäßiger mit Energie versorgt. Bei niedrigen Insulinspiegeln bekamen seine Fettzellen das Signal, die Fettverbrennung hochzufahren, um dem Körper Energie in Form von Ketonkörpern bereitzustellen. So speckte er im Nu ab und ging als schlanker Mensch aus dem Winter hervor. Der moderne Mensch dagegen lebt mit seinem metabolischen Syndrom in einem Zustand des ewigen Herbstes. Dieser Dauerzustand führt zu den negativen Folgeerkrankungen für Stoffwechsel, Gewicht, Gefäße, Herzerkrankungen, Krebs und Demenz. (*,*,*)

Neue Ernährungsweisen

Derzeit erleben wir eine signifikante Verschlechterung der gesamtgesellschaftlichen Gesundheit, die sich auf vielfältige Weise manifestiert. Metabolische Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen und mentale Erkrankungen steigen an. Unsere Lebenserwartung sinkt, und das bei steigenden Kosten unseres Gesundheitssystems. Die aktuelle Lage verdeutlicht, dass wir gesundheitlich an einem kritischen Punkt angelangt sind – unsere Volksgesundheit erreicht ein beispielloses Tief.

Als Antwort auf die zunehmenden gesundheitlichen Probleme in unserer Gesellschaft beginnen sich derzeit neue Ernährungsweisen zu etablieren. Dabei handelt es sich zum Teil um bereits sehr gut erforschte Ernährungsweisen wie die ketogene Diät, die bereits seit vielen Jahrzehnten Gegenstand der Forschung ist und insbesondere in den vergangenen 10 Jahren eine wissenschaftliche Renaissance erlebte. Andere Ernährungsformen wie die 'Paleo-Diät' oder die 'carnivore Diät' wurden erst in den letzten Jahren populär und konnten bislang noch nicht vollumfänglich erforscht werden, weshalb man sie auch noch nicht bedingungslos jedem empfehlen kann.

Auf den folgenden Seiten finden sich tiefergehende Erklärungen zu den Hintergründen und auch Anleitungen zur Durchführung dieser immer populärer werdenden alternativen Ernährungsformen.

Alternative Ernährungsformen

Keto

Fett essen zum Abnehmen? Klingt paradox, funktioniert aber! Die ketogene Diät wurde wissenschaftlich ausführlich untersucht und geht mit vielen gesundheitlichen Vorteilen einher.

Paleo

Erst seit ungefähr 10 Jahren populär ist die Paleo-Diät. Sie orientiert sich streng an Lebensmitteln, die auch bei unseren Vorfahren auf der Speisekarte standen. Studien hierzu existieren auch bereits.

Carnivor

Nur tierische Produkte! Erst seit wenigen Jahren zunehmend populär geworden aufgrund prominenter Mediziner in den sozialen Medien. Wissenschaftlich Nachweise? Bisher kaum! Dafür aber Tausende positiver Erfahrungsberichte.

Animal-based

Ebenfalls erst seit wenigen Jahren über die sozialen Medien populär geworden. Neben tierischen Produkten steht Obst auf dem Speiseplan.

Hast du Fragen zu den neuen Ernährungsformen?

Kontaktiere mich und ich bespreche mit Dir gemeinsam, welche Ernährungsform in Deinem Fall Sinn macht. Ernährung ist individuell und sollte immer auf die Bedürfnisse des Einzelnen abgestimmt werden.